Start & Ziel: Friedhof Wallhöfen
Du befindest dich auf der höchsten Erhebung - 35 Meter über dem Moor - in der Gemeinde Vollersode. Rechts der Friedhof, links die Gebäude der Kirchengemeinde Wallhöfen, dahinter die alte Wallhöfener Mühle. Der Blick Richtung Süden geht über das weite Teufelsmoor bis zum Weyerberg. Bei gutem Wetter leuchten am Abend die Flutlichter des Weserstadions.
In einer Zeitschrift schreibt der angesehene Autor Fitschen am 1. Oktober 1932, an diesem Punkt stehend:
Einzig schön ist der Fernblick vom Dorfrande über das Teufelsmoor, packend zu jeder Tages- und Jahreszeit. Aber am eindrucksvollsten wird das gewaltige Rundbild, wenn der Wettergott dichte, prächtige Wolken darüber hängt. An keiner anderen Stelle empfindet man so tief die Worte Overbecks, des Entdeckers Worpswedes, dass nämlich zum Teufelsmoor ein reicher Wolkenhimmel gehört. Nach Wallhöfen sollte man jeden führen, der da meint, unsere norddeutsche Ebene sei stimmungsarm.
Die Wallmauern von Wallhöfen und die Steensöker
In den alten Ortskernen von Wallhöfen und Vollersode umsäumen schwere Steine - Findlinge - die ältesten Hofstellen und Straßen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der Ortsname Wallhöfen sein entstanden, weil an den Höfen die Wallmauern errichtet wurden. Ein Irrtum! Die Bauern der Ortschaft Wallhöfen beginnen 1832, angeregt durch Hand- und Spanndienste für ihre Ortsstraße (der heutigen B-74) Höfe und Wege mit Findlingen auseinandergesprengter Großsteingräber zu umwallen. Als besonders geschickt erweisen sich vier Hinrichs: Hinrich Betjemann, Hinrich Wrieden, Hinrich Harms und Heinrich Mauer.
Der Name des alten Dorfes bestand da schon viele hundert Jahre - er hat daher nichts mit den Wallmauern zu tun.
Die Mühle in Wallhöfen
Kein anderes Bauwerk weit und breit fügt sich wie diese Mühle - aus der Landschaft geboren - in das Landschaftsbild des Dorfes ein. 1880 als doppelstöckiger Durchfahrtsholländer gebaut, wird sie schon bald vom technologischen Fortschritt eingeholt. Von 1920 an elektrisch betrieben endet mit dem Tod des letzte Müllers Christian Gehrken nach dem 2. Weltkrieg der Mühlbetrieb. Mit öffentlichen Mitteln und viel Engagement kann eine Familie die Mühle mit Kopf restaurieren - vor einigen Jahren dann brechen die Flügel nach einem Sturm. Hoffentlich bleibt die Geliebte des Windes noch lange erhalten.
Was bedeutet der Ortsname Wallhöfen?
Wallhöfen ist eins sehr altes Dorf. In dem ältesten bekannten Dokument wird der Ort Wollenhovede geschrieben. In der altsächsischen Schreibweise bedeutet hovede das Haupt oder die Quelle eines Baches, walla oder auch wella bedeutet Quelle. Gerne siedelten die ersten Sesshaften dort an, wo auch sauberes Wasser zur Verfügung steht. Die Einheimischen wissen, dass in der Nähe des Bremer Berges, der Bergstraße und auch dem Selworth unvermittelt Wasser aus dem Boden quellt.
Unsere Feldwege
Feldraine dienen vorrangig dem Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen. Durch die Zusammenlegung von Flurstücken verlieren sie ihren eigentlichen Nutzen. Mit ihren krautreichen Säumen und Wegrändern nehmen sie in der Agrarlandschaft einen großen Flächenanteil ein und bilden belebende Elemente. Vor allem die unbefestigten Wege und ihre Säume sind wichtige die Lebensräume für Insekten, Vögel und Niederwild.
Gemeinsam mit Landwirten und der Gemeinde Vollersode versuchen wir Anlieger, die alten Feldwege aufzubessern. Es werden alte Obstsorten gepflanzt, Feldgehölze wie die Hagebutte und der Weißdorn werden eingesetzt.
2 neue Kirchbaumalleen
Hier Hinterm Bruch und an einem namenlosen Weg bei Stoltes - wir nennen ihn Stoltes Weg - entstehen Kirschbaumreihen An Stoltes Weg haben wir - vom Kirchberg kommend - gepflanzt: Süßkirsche Naprumi, Schneiders Späte Knorpelkirsche, Büttners Rote Knorpelkirsche, Octavia, Octavia, Octavia und Naprumi.
Das Pflanzschema an Stoltes Weg folgt.
Was bedeutet der Ortsname Vollersode?
Erstmals wurde die Gemeinde 1185 als Valdersha urkundlich erwähnt. Der Name erklärt sich am Wappen, auf dem ein Brunnen zu sehen ist. Sode ist ein anderer Begriff für Brunnen also heißt Vollersode übersetzt Voller Brunnen. Quellwasser tritt dort aus den Geesthügel aus. Das schaffte gute Siedlungsbedingungen.
Warum Wallhecken etwas Besonderes sind
Wallhecken dienten als Feldbegrenzung, Schutzwehren gegen größere Wildtiere und nebenbei zur Brennholzgewinnung. Sie vermindern auch die Bodenabtrag der obersten Erdschicht und dienen als Windschutz gegen Austrocknung. Das Kleinklima am Knick ist dem eines Waldrands vergleichbar. Häufig werden Wallhecken aus Haselnuss, Weißdorn, Holunder, Schlehe und Hainbuchen gebildet. Eichen und Buchen haben sich oft dazugesellt. Die großen Baumreihen sind meistens ein Überbleibsel von Hecken, die im Laufe der Zeit nicht mehr kurz gehalten wurden.